#8: Der Fiedler (Teil 1)

„Hörst du das?“, fragte Retep, der sich immer noch am Gestein festhalten musste, um nicht wie die Stange einfach davon zu fliegen. Velted fing an, sich wieder zu beruhigen und hörte in die Stille des Mondes. „Was soll da sein?“
„Ich weis es nicht, aber da war grade irgendein Geräusch“
„Wie hat es sich denn angehört?“
„Wie wenn man mit etwas auf ein hohles Stück Holz klopfen würde“
Velted zog sich am Boden zu Retep hin. Er lag fast am Boden, konnte jedoch durch die geringe Schwerkraft immer ein paar Zentimeter darüber gleiten. Sie waren beide nicht gesichert, und wenn sie sich dauerhaft an einem Stein festhalten würden, der nicht fest im Boden war würden sie irgendwo im Weltraum verhungern. Um noch ein bisschen schwerer zu sein, hielten sie einander fest und schwebten somit als eine Art Paket über die felsartige Landschaft.
„Da ist es wieder“ Nun hörte auch Velted das Geräusch. Es dauerte nur zwei Sekunden und es verstummte auch schon wieder. „Meinst du, hier ist doch noch jemand?“ „Wer sollte hier sein?“ „Vielleicht ein Tier“ „Ein Tier hätte keine Chance zu überleben. Von was sollte es sich ernähren und wie sollte es sich am Boden halten? Man hat schon vor tausend Jahren festgestellt, dass hier nichts ist und hier wird auch nie was sein“, stellte Retep klar. „Und was machen wir jetzt?“, fragte Velted immer noch sehr ungläubig überhaupt noch lebend den Mond verlassen zu können. „Ich schlage vor, wir suchen die Tankstelle auf, die unser Navi vorschlägt und sehen nach, ob dort vielleicht gerade jemand ist. Wenn nicht warten wir dort. Verhungern kann man an einer Tanke eh nicht“
Die beiden kletterten den Boden entlang zu ihrem Schiff, dass gute hundert Meter entfernt lag. Dabei hätte Velted fast den Boden verloren, bis ihn Retep endlich festhielt. Sie hielten sich an den Händen fest und schaukelten in der Luft wie ein Pendel. Sie drehten sich einmal komplett und Velted war nun unten und Retep oben. Retep hangelte sich an Velteds Arm langsam herunter und so klammerten sie sich wieder aneinander fest und gingen ganz vorsichtig auf das Schiff zu. „Dieser Mond, der in den Märchen und Geschichten, Liedern und sonst was immer als ach so toll und großartig beschrieben wird ist richtig scheiße. Wenn ich noch einmal von irgendeinem Arschloch den Satz ‚Ich hole dir den Mond vom Himmel’ sagen höre, vergesse ich mich!“, meckerte Velted. Retep wunderte sich still, von wem Velted denn einen solchen Satz zu hören bekam. Die beiden hangelten sich am Schiff entlang und Velted blieb draußen, wo er auf Retep wartete. Dieser kletterte auf den Sitz des Fahrers und bemerkte erst jetzt, dass im Schiff selbst völlig normale Schwerkraft herrschte. „Ist dir das eigentlich schon aufgefallen?“
„Was?“
„Ach, vergiss es…“ Retep setzte sich auf den Fahrersitz und entfernte das Navigationsgerät. Es würde anzeigen, wo sich eine Tankstelle befinden würde. Er suchte noch nach Proviant und kletterte wieder aus dem Schiff aus. „So, ich habe jetzt eigentlich alles“ Er erwartete eine Antwort. „Velted?“ Irritiert blickte Retep sich um. Velted stand nicht da, wo er sich eben noch am Schiff festgehalten hatte. Retep dachte nicht weiter darüber nach und kletterte um das Schiff herum, da er am Kofferraum seinen Kollegen vermutete. Auch dort war er nicht. „Velted? Wenn du nicht mitwillst, geh ich eben alleine. Aber erwarte nicht, dass ich dann noch mal hier zurückkomme. Ich flieg dann einfach beim Nächsten an der Tanke mit“ Es kam immer noch keine Rückmeldung. „Hör auf mich zu verarschen, wenn du noch länger so rummachst, dauern diese paar Monate Reise noch länger!“ Er wurde langsam nervös und kletterte auf das Schiff. Es war niemand zu sehen. „Komm jetzt raus, du Wichser!“ Er wurde aus seiner Wut sofort wieder gerissen, als das Geräusch schon wieder anfing.

Nachwort des Autors: Diesmal ein bisschen später und kürzer als sonst. Ich hoffe, es ist nicht weiter schlimm!

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16. Juli 2011 by eckgefluester
 
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