#15: Holz

Was bisher geschah: Retep und Velted, zwei Agenten der Erde, bekommen den Auftrag einen illegalen Erdbeerdealer namens Erdbeerfan23 aufzuspüren, der sich auf einem anderen Planeten befindet. Mit einem Raumschiff begeben sie sich auf die Jagd. Das Schiff verunglückt und die beiden stecken auf dem Mond fest. Mit der Hilfe eines ebenfalls Festsitzenden können sie sich befreien.

Eine Woche später…

Es ist ein seltsames Gefühl, fand Velted, wenn man träumt man sei zu Hause, wacht aber an einem ganz anderen Ort auf. Im Schlaf hatte er die Decke auf der er gelegen hatte zu einer Art Wurst gedreht. Außerdem war das Bett zu klein für ihn und hörte bei seinen Knien auf. Mit leichten Rückenschmerzen setzte er sich schließlich aufrecht hin. Sein Blick fiel auf seinen Wecker, der auf einem an die Wand genagelten Brett stand. Es war zwölf Uhr Mittags. Langsam zog er seine Beine auf den Boden und stellte sich, wenn auch sehr wacklig, hin. Ein Radio lief. Der Moderator sang höchst selbst Kultklassiker der Schlagermusik. Mit genervtem Blick wechselte Velted den Sender. Geschlafen hatte er fast gar nicht. Retep ging auf ihn zu und übbereichte ihm mit einem „Guten Morgen“ eine Cola und zwei Scheiben Brot. „Wir landen gleich“, sagte Retep und setzte sich wieder an den Höhenversteller. Velted reagierte nicht. „Alles in Ordnung?“, fragte Retep sich zu Velted zurückbeugend. „Wegen mir können wir landen“, gab Velted zur Antwort, wobei er die Worte in die Colaflasche raunte. „Nur noch vierzig Kilometer“, stellte Retep mit einem Blick auf das Navigationsgerät fest. Velted schnallte sich fest. Retep beschleunigte und das Schiff näherte sich dem riesigen Planeten, dessen Namen beide nicht kannten. Was sich auf seiner Oberfläche verbarg konnten sie nicht sehen. Als sie nur noch hundert Meter vor dem Planeten waren, verlangsamte Retep plötzlich. „Was ist das denn?“ Retep sah irritiert aus dem Fenster. Die Oberfläche des Planeten war übersät von Holzlatten, die in sich verkantet waren. Sie ragten meist diagonal empor, waren aber nach keinem erkennbaren System aufgebaut. „Kann man da nicht trotzdem landen?“, fragte Velted und trank einen weiteren Schluck. „Jedenfalls kann man es probieren“, murmelte Retep und lenkte das Schiff behutsam in Richtung der Stacheln. Es dauerte einige Minuten, bis das Schiff vorsichtig landete. Nachdem Velted und Retep sich die Atmungshelme angezogen hatten, verließen sie vorsichtig das Schiff. Es herrschte völlig normale Schwerkraft. Eine Holzlatte gab nach und brach auseinander. Retep viel schreiend in die Tiefe, bis er von dem Gerüst aufgehalten wurde. Müde beugte Velted sich zu ihm runter. „Alles in Ordnung?“ „Ja, ich denke schon.“ Reteps Rücken schmerzte, nachdem er auf die Kante eines Holzstücks gefallen war. Er beugte sich runter und sagte: „Es geht noch weiter nach unten. Ich kann keinen Boden erkennen. Du?“ Ohne nachzusehen antwortete Velted mit „Nein!“ Langsam kletterte Retep wieder nach oben und zog sich zum Schiff hin. Velted trank die Flasche leer und stellte sich an eine geeignete Stelle. Er sah nach unten und ließ die Glasflasche wortlos fallen. Sie stieß gegen ein paar Bretter, wurde aber nicht aufgehalten. Lautlos verschwand sie aus Velteds Sichtfeld. Dreißig Sekunden später hörte man die Scherben. Velted begann vor sich hinzumurmeln: „Dreißig Sekunden. Die Flasche fällt, im freien Fall, ungefähr vier Meter die Sekunde.“ Seine Stimme wurde lauter und er rief nach Retep: „Retep, angenommen die Flasche ist wirklich auf dem Boden aufgekommen, ist das hier mindestens 120 Meter tief!“ Retep kletterte vorsichtig auf ihn zu. „Meinst du, das wurde gebaut?“, fragte er kritisch. Velted überlegte. „Aus welchem Grund sollte man so was bauen?“ „Zum Schutz. Ich schätze, ohne spezielles Werkzeug ist es nicht unbedingt einfach da runter zu kommen. Also ein Zeichen dafür, dass hier jemand lebt. Oder sogar mehrere.“

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3. September 2011 by eckgefluester
 
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